JahreshauptversammlungDie Konkurrenz an diesem Tag war groß: das verlängerte Mai-Wochenende stand vor der Tür, draußen herrliches Frühsommerwetter, das viele sicher gerne im Garten genutzt hätten, trotzdem war „volles Haus“ im Feldkirchner Hof angesagt. Die meisten Mitglieder nutzten die Gelegenheit, sich gemeinsam mit der Familie bei der Jahreshauptversammlung des Heimgartenvereins Feldkirchen bei Graz sich aus erster Hand mit aktuellen Infos von Verein, Gemeinde und Landesverband zu versorgen.

 

 

Obfrau Heidi Schmitt betonte, dass es für den Vorstand immer erfreulich sei, wenn die Mitglieder entsprechende Resonanz auf die Einladung zur Generalversammlung zeigen, da so ihr Interesse am Verein und der Vereinsarbeit bekundet wird. Die Vorbereitung einer solchen Veranstaltung erfordert für den Vorstand immer einigen Aufwand, der auch diesmal durch zahlreiches Erscheinen der Mitglieder belohnt wurde.

 

Großer Wechsel bei den Mitgliedern

Neben den üblichen Aktivitäten für die Gemeinde Feldkirchen, wie Radwandertag, Aktion „Saubere Steiermark“, Wandertag und Adventsfenster war das vergangene Jahr durch sehr viel Bewegung im Mitgliederbereich gekennzeichnet, so dass in diesem Zeitraum sieben Gärten die „Besitzer“ wechselten und damit wesentlich mehr als jeweils in den Vorjahren. Auffallend ist, dass der Frauenanteil von 40 % im Vorjahr auf 45 % gestiegen ist. Durch die vielen Gartenübergaben ist in der Vereinskasse ein leichtes „Plus“ zu verzeichnen.

Ehrung ZirngastFür ihre langjährige Vereinszugehörigkeit wurden folgende Mitglieder geehrt: Gertrude Wilfling, 52 Jahre; Elisabeth Tieber 51 Jahre; Rupert Zirngast, 50 Jahre, Orlando Arrunategui-Castro, 35 Jahre, Günter Lackner, 30 Jahre und Helmut Klug, 25 Jahre. Die Obfrau betonte, dass dem Verein auch besonders Konstanz wichtig sei und es sei immer erfreulich, wenn Gärten möglichst lange von den gleichen Familien mit viel Liebe gepflegt werden.

 

Feldkirchen bei Graz verändert sich

In Vertretung des Bürgermeisters kam Vizebürgermeister Herbert Stockner, der auch bei der Gartenbegehung im Vorjahr dabei war. Er bedankte sich bei den HeimgärtnerInnen für ihren Einsatz und ihre Arbeit und lobte die Gärten, die seiner Meinung durchaus statt einem „Sehr Gut“ auch wie im Vorjahr ein „Ausgezeichnet“ verdient hätten. Er ging auch auf die Veränderungen in der Gemeinde ein und berichtete, dass die Bauarbeiten im ersten Abschnitt des „Shared Space“ in Kürze abgeschlossen werden und die offizielle Eröffnung stattfinden wird. Es wird auch eine Vorrangänderung geben, indem „Rechts-vor-Links“ eingeführt wird. Erste Erfolge seien bereits zu verzeichnen. Das Ziel, den Durchzugsverkehr auf die Umgehungsstraße zu bringen sei bereits teilweise erreicht: Von vor dem Umbau 12000 Fahrzeuge täglich sind es inzwischen nur noch 9000, also 3000 Fahrzeuge täglich weniger. Das Ziel sei es, weitere 2000 Fahrzeuge vom Ort weg und auf die Umfahrung zu bringen. Dass dies gelingen kann, wird noch einen zweiten Umbau notwendig machen, nämlich an der Kreuzung Flughafenstraße, womit demnächst begonnen wird.

 

Der Landesverband tritt für die Rechte der HeimgärtnerInnen ein

Landesverbandspräsident Walter Wusche berichtete, dass sich der Landesverband noch immer dafür einsetzt, dass die Heimgärten endlich beim Blumenschmuckwettbewerb des Landes einreichen können. Auch er lobte die Feldkirchner Heimgartenanlage, an die ja heuer die „Bronzemedallie“, also der 3. Platz der schönsten Heimgärten gegangen ist. Franz Nager wurde dafür, wie berichtet, ausgezeichnet.

Er betonte nochmals, dass an den Gartenhäusern kein Eigentum erworben werden kann und verwies auf den Problemfall im Heimgartenverein Rosengarten, wo ein falsches Gerichtsurteil zu größeren Schwierigkeiten für den Verein geführt hat.

Ein Problem im Landesverband sind auch Prekarien, also Heimgartenanlagen, deren Pachtvertrag jährlich verlängert wird. Sollte es ein öffentliches Interesse geben, diese zu schließen, würden noch nicht einmal Ablösen an die HeimgärtnerInnen gezahlt werden.

In Graz wurde das neue Stadtentwicklungskonzept vorgelegt und es ist auch dort wieder die öffentliche Durchwegung mit Fuß- und Radwegen enthalten, was nicht im Interesse der HeimgärtnerInnen ist. Hier kämpft der Landesverband ebenfalls für eine Lösung.

Präsident Wusche berichtete auch vom Heimgartenverein Grünanger, der im Rahmen des Murkraftwerkbaus teilweise in eine Seichtwasserzone umgewandelt werden würde. Die Gärten würden zwar abgelöst und verlegt werden, jedoch sind die meisten der HeimgärtnerInnen zwischen 75 und 80 Jahren alt und würden sicher keinen Neuanfang mehr wagen.

 

Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.

Anhand dieses alten chinesischen Sprichworts verdeutlichte die Obfau, dass es noch immer an ein paar Dingen im Verein hapert, die dringend von den Mitglieder eingehalten werden sollten.

Narren hasten,… Die Obfrau wies damit auf die 30 km/h-Beschränkung in der Seebachergasse hin und bat die Mitglieder eindringlich, sich daran zu halten, da es immer wieder Beschwerden von den Nachbarn gäbe, die um ihr Leib und Leben so wie das ihrer Tiere fürchten.

…Kluge warten,… Zudem macht sie nochmal klar, dass der Vorstand ehrenamtlich arbeitet, großteils berufstätig ist und manche Entscheidungen Zeit brauchen.

…Weise gehen in den Garten. Hier, der eindrückliche Hinweis, dass die Wege im Garten nicht befahrbar sind, sondern nur zu Fuß benutzt werden können und dürfen. Autos haben im Heimgarten nichts verloren, Fahrräder sind zu schieben.

Willis GärtnereiWeiters folgte der Hinweis, dass aufgrund der Gefahr von Ratten, Speisereste in der Biotonne und NICHT auf dem Kompost entsorgt werden sollten. NUR gehäckseltes Material oder Rasenschnitt darf an den Mühlgang geführt werden, es sollen nur Vertiefungen gefüllt werden, keine Haufen dürfen gebildet werden. NUR verrottbares Material, kein Plastik. Als Beitrag zum Klimaschutz sollten die Früchte aus dem Garten selbst verwendet oder verschenkt werden! Ein Teil der Druckkosten für das Mitgliedsbuch wurden von Willis Erlebnisgärtnerei in Graz gesponsert. Mitglieder erhalten zudem bei Vorlage des Mitgliedsbuchs -10% auf Einkäufe im Geschäft. Derzeit gibt es auch eine gratis Humusaktion im Reitweg.

 

Versicherung

Kontrovers diskutiert wurde im Anschluss der Abschluss der neuen Bündelversicherung für die Heimgärten. Hier hätten sich einige Mitglieder vorab Infos und Einbindung in den Entscheidungsprozess gewünscht. Kassier und Obfrau betonten, dass für niemanden durch den Abschluss der neuen Versicherung ein Nachteil entstanden sei, im Gegenteil: der alte Vertrag ist nach 10 Jahren ausgelaufen und hätte ohnehin zu wesentlich höheren Beiträgen verlängert werden müssen. Der Versicherungsschutz war jedenfalls die ganze Zeit über aufrecht. Zudem war die bisherige Versicherung sehr unflexibel und einzelne Mitglieder konnten nicht einfach aussteigen, wie es jetzt der Fall ist. Wenn jemand also eine bessere Möglichkeit findet, kann sie/er jederzeit wechseln.

Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Gartenjahr 2012!